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Multi-Stakeholder-Prozesse für nachhaltige Lieferketten
In einem Interview mit Dr. Petra Künkel, einer erfahrenen Prozessberaterin, wird die Komplexität von Multi-Stakeholder-Prozessen bei der Gestaltung nachhaltiger Lieferketten thematisiert. Dr. Künkel berichtet, dass es beim „Common Code for the Coffee Community“ fast zwei Jahre dauerte, bis sich alle Beteiligten einig waren. Die Gespräche waren geprägt von spannungsgeladenen Situationen, in denen unterschiedliche Interessen von Unternehmen und NGOs aufeinandertrafen.
„Kompromisse bedeuten, man einigt sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner. Das ist nicht erstrebenswert“, sagt Dr. Petra Künkel.
Um solche Prozesse erfolgreich zu gestalten, ist eine gezielte Moderation und eine durchdachte Kommunikationsarchitektur notwendig. Dr. Künkel empfiehlt, persönliche Treffen und Exkursionen zu nutzen, um eine informelle Ebene zu schaffen, die den Dialog fördert.
Zusammenfassung: Multi-Stakeholder-Prozesse sind komplex und erfordern eine sorgfältige Planung und Moderation, um unterschiedliche Interessen zusammenzubringen.
Erfolgsfaktoren für den Dialog zwischen Unternehmen und NGOs
Dr. Künkel hebt hervor, dass die Sitzordnung und die Struktur der Gespräche entscheidend sind. Runde Tische mit kleineren Gruppen fördern den Austausch, während Online-Meetings oft nicht die gleiche Effektivität bieten. Sie betont, dass es wichtig ist, dass alle Teilnehmer menschliche Beziehungen aufbauen, um den Dialog zu erleichtern.
Ein Beispiel für einen erfolgreichen Dialog ist der Austausch zwischen großen Unternehmen wie Nestlé und NGOs wie Oxfam. Hierbei ist es entscheidend, dass alle Stimmen gehört werden und eine Integration unterschiedlicher Meinungen stattfindet.
Zusammenfassung: Die Struktur und das Format der Gespräche sind entscheidend für den Erfolg von Multi-Stakeholder-Prozessen, wobei persönliche Treffen bevorzugt werden.
Pilotprojekte als Ausgangspunkt für Veränderungen
Dr. Künkel empfiehlt, mit einer Kontext- und Stakeholderanalyse zu beginnen, um die Wirkmacht des Unternehmens zu verstehen. Ein Beispiel für ein Pilotprojekt könnte die Zusammenarbeit eines deutschen Handelsunternehmens mit brasilianischen Landwirten zur Reduzierung des Wasserverbrauchs beim Anbau von Orangensaft sein. Solche kleinen Schritte sind wichtig, um alle Beteiligten im Kooperationssystem an Bord zu halten.
Sie betont, dass es nicht um Kompromisse geht, sondern um das Streben nach dem größten gemeinsamen Nenner, um signifikante Fortschritte zu erzielen.
Zusammenfassung: Pilotprojekte sind ein effektiver Weg, um Veränderungen in der Lieferkette zu initiieren und alle Stakeholder einzubeziehen.
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