Hohe Arbeitsbelastung hemmt Karrierechancen in Führungspositionen in Deutschland
Autor: Provimedia GmbH
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Kategorie: News
Zusammenfassung: In Deutschland scheuen viele Berufstätige Führungspositionen aufgrund hoher Arbeitsbelastung und Einschnitte ins Privatleben, was zu einem Mangel an Fachkräften führt. Flexible Arbeitsmodelle und angemessene Anreize könnten die Attraktivität solcher Positionen erhöhen.
Karriere: Hohe Arbeitsbelastung schreckt vor Chefposten ab
In Deutschland haben zahlreiche Unternehmen Schwierigkeiten, geeignete Kandidaten für Führungspositionen zu finden. Laut der Fachkräftedatenbank des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft fehlten im Jahr 2025 durchschnittlich 28.488 Fachkräfte in Führungsberufen. Eine Studie des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (Kofa) zeigt, dass sich nur jede oder jeder Siebte (14 Prozent) vorstellen kann, eine Führungsposition zu übernehmen, während 43 Prozent Führungsaufgaben ablehnen.
„Dies ist für viele Unternehmen ein Problem, da Vakanzen in Führungspositionen häufig besonders große Folgen für die Geschäftsprozesse haben“, sagt Studienautorin Regina Flake.
Die Umfrage ergab, dass die hohe Arbeitsbelastung (77 Prozent), eine große Verantwortung (75 Prozent) und Einschnitte ins Privatleben (73 Prozent) die häufigsten Gründe sind, warum viele Berufstätige eine Führungsposition ablehnen. Zudem sind zu geringe finanzielle Anreize und der mögliche Verlust guter Beziehungen zu Kollegen für jeweils 48 Prozent der Befragten ausschlaggebend.
Anreize für Führungspositionen
Bei den Beschäftigten, die Interesse an Führungsverantwortung zeigen, ist ein hohes Gehalt der wichtigste Anreiz (95 Prozent). Weitere wichtige Faktoren sind größere Gestaltungsspielräume und Weiterbildungsmöglichkeiten (85 Prozent). Viele legen Wert darauf, einen eigenen Führungsstil entwickeln zu können. Dennoch betont Flake, dass allein höhere Gehälter nicht ausreichen, um das Problem zu lösen.
„Die Attraktivität von Führungsaufgaben nimmt ab, weil sich ihre Wahrnehmung verschoben hat – weg von Status und Privilegien“, sagt Flake.
Die Studie zeigt, dass Führung so gestaltet werden muss, dass sie mit dem Privatleben vereinbar ist. Besonders Frauen und Teilzeitbeschäftigte würden motiviert, wenn Führungsrollen flexibel ausgeübt werden dürfen, etwa in Teilzeit oder im Homeoffice.
Entwicklung der Fachkräftelücke
Der Mangel an Fachkräften in Führungsberufen ist nicht neu. Im Jahr 2015 lag die Fachkräftelücke noch bei rund 14.000, während sie im Jahr 2022 mit 34.600 ihren Höchstwert erreichte. Trotz eines Rückgangs in den letzten Jahren berichten weiterhin viele Firmen von wachsenden Schwierigkeiten bei der Besetzung von Führungspositionen. In einer Umfrage im Jahr 2023 gab jedes zweite Unternehmen an, dass es zunehmend Probleme hat, geeignete Führungskräfte zu finden.
Die Fachkräftedaten in diesem Bereich erfassen jedoch nicht alle Vakanzen, da nur leitende Führungskräfte, die vorrangig führen, berücksichtigt werden. Unternehmen melden offene Stellen bei der Bundesagentur für Arbeit nicht immer als Führungsposition.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die hohe Arbeitsbelastung und die damit verbundenen Einschnitte ins Privatleben entscheidende Faktoren sind, die viele Berufstätige von einer Karriere in Führungspositionen abhalten. Um die Attraktivität solcher Positionen zu steigern, sind flexible Arbeitsmodelle und angemessene Anreize erforderlich.
Wichtigste Erkenntnisse:
- 28.488 Fachkräfte in Führungsberufen fehlen im Jahr 2025.
- Nur 14 Prozent der Befragten können sich eine Führungsposition vorstellen.
- Hohe Arbeitsbelastung, Verantwortung und Einschnitte ins Privatleben sind die Hauptgründe für die Ablehnung von Führungsaufgaben.
- 95 Prozent der Beschäftigten mit Interesse an Führungsverantwortung wünschen sich ein hohes Gehalt.
Quelle: Manager Magazin
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